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27.07.2010

SÜDOSSETISCHER BÜRGERRECHTLER VERPRÜGELT

Amnesty International appelliert an die de-facto-Autoritäten in Südossetien, eine vollständige, sofortige und unabhängige Untersuchung des Angriffs auf einen prominenten Journalisten und Bürgerrechtler durchzuführen.'''

Timur Tskhovrebov berichtete Amnesty International, dass er am 24. Juli im Zentrum von Tskhinvali von einer Gruppe von bis zu 10 Personen angegriffen wurde. Er erlitt eine Messerwunde im Nacken, einen gebrochenen Finger und Verletzungen von Schlägen in sein Gesicht und auf seinen Körper. Er befindet sich noch im Krankenhaus, wo er sich von den Verletzungen erholt.

Er sagte, einer der Angreifer habe ihn mit einer Waffe bedroht und dass er, als er zu fliehen versuchte, außerdem versehentlich von einem Auto angefahren worden sei.

Der Aktivist berichtete, dass er die drei Hauptangreifer, alle Mitglieder des südossetischen Parlamentes, erkannte und dass er glaubt, wegen seiner journalistischen Arbeit, seinen abweichenden politischen Ansichten und seiner zivilgesellschaftlichen Aktivitäten angegriffen worden zu sein.

„Die de-facto-Autoritäten müssen, unabhängig von der Identität der Angreifer, eine sofortige und unabhängige Untersuchung durchführen und die Täter zur Verantwortung ziehen. Die Autoritäten müssen zeigen, dass derartige Taten nicht toleriert werden,“ sagt Nicola Duckworth, die Leiterin des Programms von Amnesty International für Europa und Zentralasien.

Im Juni nahm Timur Tskhovrebov am georgisch-südossetischen Bürgerforum in den Niederlanden teil. Er war einer der Unterzeichner eines Dokumentes, das die Parteien der in Genf stattfindenden Gespräche zu Georgien aufruft, sicherzustellen, dass die humanitären Bedürfnisse der vom georgisch-südossetischen Konflikt 2008 Betroffenen angesprochen werden und als dringender Schritt die Bewegungsfreiheit der Menschen in der Region hergestellt wird.

Am 22. Juli verurteilte Boris Chochiev, ein hochrangiger südossetischer Vertreter, das Forum als verräterisch und schädlich für die Position der südossetischen Delegation bei den Genfer Gesprächen.

Er hob dabei Timur Tskhovrebov unter den Teilnehmern des Forums besonders hervor.

Südossetien, ein von Georgien abtrünniges Gebiet, stand im Zentrum des Acht-Tage-Krieges zwischen Georgien und Russland im August 2008. Nach dem Konflikt wurden sowohl von Tbilisi also auch von Tskhinvali gegenseitige tiefgreifende Reisebeschränkungen eingeführt.

Als Teil des im September 2008 vereinbarten Waffenstillstandes zwischen Georgien und Russland treffen sich Delegationen der zwei Länder in Genf, um Fragen des Umgangs mit den Folgen der Krise zu diskutieren.

Update: Bitte beachten Sie auch unsere Eilaktion zu diesem Thema.