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Südkaukasus-Koordinationsgruppe (2356)

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12.08.2011

Büro von Aktivisten in Aserbaidschan zerstört

Die Aserbaidschanische Menschenrechtsaktivistin Leyla Yunus fand ihr Büro nur noch völlig zerstört vor, nachdem sie sich öffentlich gegen illegale Hausabrisse ausgesprochen hat. Amnesty International spricht von einer „Vergeltungsaktion“.

Das Gebäude im Besitz von Yunus und ihrem Mann wurde von Bulldozern in der Nacht vom 11. zum 12. August abgerissen, einen Tag nachdem sie in der New York Times ein Interview gegeben hatte. In diesem kritisierte sie ein Bauprojekt zur “Verschönerung” der Hauptstadt Baku.

“Leyla Yunus ist das jüngste Opfer eine Serie von Vertreibungen und Hauszerstörungen in Baku. Diese werden von den Behörden ohne Beachtung der internationalen Standards durchgeführt”, meint Natalia Nozadze, Researcherin für Aserbaidschan von Amnesty International.

“Besonders schlimm ist, dass im Fall von Leyla Yunus möglicherweise in Verbindung mit ihrem Einsatz für die Menschenrechte steht.“

Das zerstörte Gebäude wurde von mehreren NGO’s als Bürogebäude genutzt. Unter anderem waren Yunus Institut für Frieden und Demokratie (IFD), die Aserbaidschanische Arbeitsgruppe zum Verbot von Landminen und das einzige Krisenzentrum für Frauen in Baku in dem Gebäude untergebracht.

Der Abriss von Yunus Büro begann um ca. 20.00 Uhr ohne Vorwarnung. Er wurde ausgeführt, obwohl eine gerichtliche Verfügung erlassen wurde, die Abrissarbeiten auf dem Grundstück vor einer Gerichtsverhandlung am 13. September 2011 verbot.

Azad Isazadeh, Angestellter des IFD, sagte Amnesty International, dass die Bauarbeiter unter Aufsicht der Polizei ohne vorherige Warnung mit dem Abriss des Gebäudes begonnen haben, während er sich noch im Gebäude befand.

“Als die Bauarbeiter mit dem Abriss anfingen und Möbel und Inventar aus dem Gebäude entfernten, war es uns nicht gestattet, irgendetwas mit zu nehmen. Das einzige was ich retten konnte, war mein Notebook, alles andere wurde zerstört oder mitgenommen,” sagt Azad Isazadeh.

Die Räumung und Zerstörung von Yunus Eigentum scheint der jüngste Versuch der aserbaidschanischen Behörden sein, jene einzuschüchtern, die es wagen, sich der Welle von Zwangsräumungen zu widersetzen.

“Die Behörden sollten umgehend die Zwangsräumungen und die illegale Zerstörung von Privateigentum einstellen. Die von diesen illegalen Aktionen Betroffenen muss Zugang zu Rechtsmitteln und eine angemessene Entschädigung zugestanden werden“ so Natalia Nozadze.

Es ist anzunehmen, dass in den letzten Jahren Hunderte von Einwohnern ihre Behausungen in Baku infolge von “Wiederaufbau"-Programmen verloren haben, ohne angehört worden zu sein oder eine angemessene Entschädigung erhalten zu haben.

Diese Übersetzung wurde von der Koordinationsgruppe Südkaukasus erstellt. Verbindlich ist das englische Original:

Link Activist's Office Targeted in Azerbaijan Demolitions