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Khadija Ismayilova

März 2012

Diffamierungskampgagne gegen die Journalistin Khadija Ismayilova

Durch die Veröffentlichung intimer Aufnahmen sollte die Journalistin Khadija Ismayilova gezwungen werden, ihre kritische Berichterstattung aufzugeben. Amnesty International fordert eine gründliche und unparteiische Untersuchung, um die Verantwortlichen zu ermitteln.

Die aserbaidschanische Journalistin Khadija Ismayilova berichtete u.a. für den Sender Radio Free Europa über die Beteiligung von Familienmitgliedern des Präsidenten Ilham Aliyev an umstrittenen lukrativen Bauprojekten in Baku. Um Platz für Neubauten für den diesjährigen Eurovision Song Contest zu schaffen, wurden dort Häuser abgerissen, ohne dass die Bewohner oder Nutzer angemessen entschädigt wurden.

Am 7. März erhielt sie einen Briefumschlag mit Bildern eines Films, der sie beim Geschlechtsverkehr zeigt, dazu die Drohung, sie öffentlich bloßzustellen, wenn sie ihre Arbeit nicht aufgeben würde. Als sie sich nicht einschüchtern ließ, sondern den Erpressungsversuch in einem offenen Brief publik machte, wurde der Film am 14. März auf einer gefälschten Internetseite veröffentlicht, die aussah wie die der Oppositionspartei Müsavat. Vertreter der Müsavati bestritten jede Verbindung zu ihrer Partei.

Das Video wurde mit einer versteckten Kamera in der Wohnung von Frau Ismayilova aufgenommen. Der Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit, die Tatsache, dass es den Verantwortlichen möglich war, unbemerkt in die Wohnung einzudringen und dort eine Kamera zu platzieren und der Versuch, die Schuld auf eine Oppositionspartei zu schieben – alle das deutet nach Überzeugung von Amnesty International darauf hin, dass offizielle Stellen daran beteiligt waren. Offenbar sollte Frau Ismayilova sollte wegen ihrer investigativen Berichterstattung über Korruption auf höchster Ebene diskreditiert, möglicherweise sogar der Gefahr gewalttätiger Übergriffe ausgesetzt werden. In der Zeitung der Regierungspartei Yeni Azerbaycan wurde Frau Ismayilova kritisiert.

Gegenüber Amnesty International sagte die Journalistin, sie werde nicht klein beigeben. Durch die Diffamierungskampagne gegen sie sei der Welt vor Augen geführt worden, wie in Aserbaidschan mit unabhängigen Journalisten umgegangen werde.